Asanas

Auf Pantajalis achtgliedrigen Pfand ist die Praxis von Asanas einer von acht Aspekten im Yoga. Asanas wirken auf unterschiedlichen Ebenen – physisch, mental und energetisch oder auch auf Partikelebene (Körper) und auf Feldebene (Energie) – je nach Sichtweise. Auch wenn Asanas immer ganzheitlich wirken, haben doch einige Asanas spezielle Wirkungen. Ich halte es daher für sinnvoll, die Asanas nach Wirkung zu Gruppieren. Denn wenn ich Asanas praktiziere, setze ich sie in der Regel zu einem bestimmten Zweck ein. Wohlbefinden steigern, Rückenbeschwerden reduzieren, Verdauung verbessern usw.

Eine Sonderrolle nehmen die Bandhas ein. Sie sind quasi ein Zusatzwerkzeug bei der Ausführung von Asanas und verstärken ihre Wirkung. Daher habe ich sie in einer separaten Rubrik ausgeführt.

Die Asana-Praxis zielt auf Gesundung und Stärkung unseres Körpers. Unser Körper ist ein Bewegungsapparat und sollte regelmäßig mit folgenden Impulsen trainiert werden: Ausdauer, Kraft, Dehnung, Dynamik/ Erschütterung, Koordination/ Balance, Entspannung.

Ausdauer trainiert unsere Mitochondrien, regt Stoffwechselprozesse an, bringt uns ins Schwitzen und entgiftet uns damit – um einige der wichtigsten Effekte zu nennen. Mental stärkt Ausdauertraining unser Durchhaltevermögen und damit unsere Resilienz. Ausdauertraining findest Du in einigen Kundalini Yoga (YB) Sets und im Ashtanga Yoga. Vielleicht auch im Bikram und/ oder Power Yoga. Ich persönlich bevorzuge Ausdauertraining an der frischen Luft wie z.B. Wandern, Laufen oder Radfahren.

Kraft macht unsere Muskeln stark und hält uns zusammen, arbeitet mit unserem Hormonsystem (Testosteron). Kraft stärkt uns nicht nur physisch, sondern auch psychisch. Sie macht uns stark und fördert unsere Resilienz. Eine gute kraftfördernde Yogapraxis ist Ashtanga Yoga und wahrscheinlich Power Yoga. Viele traditionelle Hatha Yoga Asanas sind kräftigend. Für mich ist das Asana Spektrum absolut ausreichend, um diesen Aspekt vollständig abzudecken.

Dehnung arbeitet an unserem Bindegewebe, Sehnen, Muskeln und Faszien. Dehnung kann Blockaden lösen und macht uns körperlich und mental flexibler. Weiterhin fördert Dehnung die Regeneration und erhöht das allgemeine Körperbefinden. Dehnung ist einer der wesentlichsten Aspekte in der Yoga Asana Praxis und ist in vielen Asanas zu finden.

Dynamik/ Erschütterung arbeitet an unserem Fasziensystem und an unserem Flüssigtransportsystem (Blut, Lymphe). Schütteln oder auch Zittern kann Blockaden lösen und wird teilweise auch in der Traumabehandlung eingesetzt. Anwendung finden Dynamik/ Erschütterungen/ Schütteln im Kundalini Yoga (YB) und in der Sukshma Vyayam Serie (Gammenthaler/ Brahmacharya). Trampolin Springen, Laufen oder auf der Stelle hüpfen kann auch Prima in das Aufwärmprogramm zur persönlichen Praxis eingebaut werden.

Koordination/ Balance aktiviert die Halte- und Tiefenmuskulatur. Damit oder zusätzlich korrigiert sich dadurch die eigene Körperhaltung. Der Körper lernt, die Teile so anzuordnen oder übereinander zu stapeln, dass möglichst wenig Energie verbraucht wird und dass auch (wieder) Energie fließen kann. Besonders wechselseitige Balance-Übungen gleichen die Hemisphären und die Körperhälften (männlich/ weiblich) aus. Damit wirst Du auch balancierter und ausgeglichener.

Entspannung ist die Grundlage jeglicher Heilungsprozesse im Körper. Bei verspannten Bereichen kann nicht wirklich etwas fließen. Giftstoffe können nicht abtransportiert werden, Nährstoffe können nicht geliefert werden. Eine Yogarichtung, die besonders mit Entspannung arbeitet, ist das tibetische Heilyoga Kum Nye. Aus dem traditionelle Hatha Yoga ist Yin Yoga als besonders entspannende Methode entwickelt worden. Der Klassiker: Deine Yogapraxis solltest du immer mit Shavasana abschließen. Entpannung bedeutet schließlich auch loslassen, was auch auf mentaler Ebene besonders heilsam wirkt.