Reinigungspraktiken

Nauli / Lauliki

Eine der Reinigungspraktiken, die ich täglich praktiziere, ist Nauli. Nachdem mir das Erlernen von Nauli von Reiner Neyer empfohlen wurde, hat es schließlich noch fast ein Jahr gedauert, bis ich mich an das ernsthafte Üben herangewagt hatte. Nun, einige Monate später, hat sich Nauli zu meiner wichtigsten und Übung manifestiert. Durch die Praxis ist mein Energielevel insgesamt gestiegen, meine Verdauung und Ausscheidung hat sich deutlich verbessert und mein Bau ist endlich mal flach. Nicht dass ich eine Plautze gehabt hätte, aber gefühlt war immer eine Menge Luft und ‚Organic‘ in meinem Belly;)

Beim Erlernen hat mir die auf den Seiten 185 bis 187 beschriebene Vorgehensweise sehr geholfen (Anatomie des Hatha Yoga – H.David Coulter).

  1. Täglich Üben! In der ersten Woche 1min und in jeder weiteren Woche den Umfang um eine weitere Minute steigern bis Du schließlich bei 20 Wochen ankommst. Um meinen Fortschritt zu steigern, habe ich meistens morgens und abends (jeweils mit leeren Magen/ vor dem Essen) geübt. Bis heute finde ich 20min allerdings zu viel. Ich habe mich bei 15 min eingependelt.
  2. Starte mit Uddiyana Bhanda und wenn Du kannst, bringe dann den mittleren Bauchmuskelstrang nach vorn (Übungstipp: legen dich auf den Boden, bringe das Kinn zur Brust und steuere deinen Bauchmuskelstrang an).
  3. Wenn du den Bauchmuskelstrang isoliert nach vor bringen kannst (siehe Foto oben), beginne dein Gewicht auf eine Seite zu verlagern und ziehe den Bauchmuskelstrang zu dieser Seite. Wechsle die Seite. Mach das so lange dir nicht die Luft ausgeht. Dann aufrichten, einatmen.
  4. Steigere die Anzahl rechts/ links Bewegungen. Nach einigen Wochen wirst du das Drehen des Bauchmuskelstranges langsam und anfangs holprig hinbekommen. Drehe von links nach rechts in einer Rund und in der nächsten Runde von rechts nach links. Es wird von Woche zu Woche flüssiger werden.

Nadi Shodana(m)

Eine weitere Reinigungsübung, die ich täglich praktizieren, ist Nadi Shodana. Nadi Shodana, oder auch Wechselatmung, zählt auch zu den klassischen Pranayamas (Atemkontrolle). Das Atmen durch jeweils nur ein Nasenloch soll die Nadis (Energiekanäle) Ida und Pingala reinigen. Je nach Quelle wird Nadi Shodana mit einem sanften Atem oder kräftigen Atem durchgeführt. Im klassischen Sinne praktiziere ich es als Pranayama im Rhythmus 1:4:2 mit einem sanften, geräuschlosen Atem für 15min. Für mich spürbare Reinigungseffekte sind: Entleerung, freie Nase, höheres Energielevel.

  1. Im Sitzen rechtes Nasenloch verschließen, links einatmen.
  2. Atem halten (zu Beginn auch ohne Atemanhalt möglich und sinnvoll).
  3. linkes Nasenloch verschließen, rechts ausatmen.
  4. rechts einatmen
  5. Atem halten (zu Beginn auch ohne Atemanhalt möglich und sinnvoll).
  6. rechtes Nasenloch verschließen, links ausatmen
  7. weiter mit 1.

Zu Beginn startest du mit 12 Runden und achtest nur darauf kein Atemgeräusch zu erzeugen. Später machst Du das in einer einer festgelegten Zeit z.B. 6sec pro Atemzug. Dabei solltest Du die Zeit während der ganzen Übung nicht ändern. Gehe an Deine Grenze, jedoch nicht darüber hinaus. Achte auf die Signale Deines Körpers. Atemübungen können tiefe psychische Blockaden lösen! Steigere langsam die Zahl der Atemzüge und die Dauer. Allein dies, gleichmäßiges Ein- und Ausatmen ohne Atemanhalt hat große Effekte.

Ich praktiziere wie folgt: 1 Teil einatmen, 4 Teile halten, 2 Teile ausatmen. Dabei steigere ich die Zeit pro Teil regelmäßig im 0,2 Sekunden – Takt, d.h. diese Woche liege ich bei 8,2 sec und nächste Woche bei 8,4 sec. Dafür benutze ich die App Prana Breath. Diese Taktung 1:4:2 und die Dauer von 15min entstammen dem klassichen Hatha Yoga Pranayama. Ich habe viel ausprobiert und bin bei dieser Methode gelandet.